*Inlandspreiserwartung für Heizöl 23.06.2026
„Nach der aktuellen Entwicklung von Euro/Dollar und ICE Gasoil wird der rein rechnerische Inlandspreis für Heizöl zum aktuellen Zeitpunkt bei ca. -1,00 €/100l Netto im Vergleich zu gestern (Montagvormittag) erwartet.„
US-Sanktionsausnahmen für Iran – Wie stabil ist die Lage am Persischen Golf?
(Anteil der CO² Steuer in 2026 effektiv bei ca. 16,00 Euro / 100 l)
*Marktlage:
„Der Fokus am Ölmarkt bleibt auf den Persischen Golf und den Iran-Konflikt gerichtet. Während die Marktteilnehmer weiterhin auf belastbare Signale hoffen, dass sich die Ölexporte durch die Straße von Hormus nach den jüngsten Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran nachhaltig normalisieren, haben die USA gestern die Sanktionen gegen den Iran gelockert (22.06.2026 USA lockern vorläufig erste Sanktionen gegen Irans Ölsektor).
Mit dieser auf 60 Tage befristeten Ausnahme, die damit über den Zeitraum der veranschlagten Friedensverhandlungen gilt, ist der Verkauf von iranischem Öl und Ölprodukten vorläufig wieder erlaubt. Die US-Regierung begründete den Schritt mit den „konstruktiven Gesprächen“ in der Schweiz und verschafft Teheran damit eine wichtige wirtschaftliche Entlastung.
Sowohl von amerikanischer, als auch von iranischer Seite hieß es, man habe bei den Verhandlungen vom Wochenende Fortschritte auf dem Weg zu einem dauerhaften Abkommen gemacht. Gleichzeitig wurden aber auch wieder tiefliegende Differenzen sichtbar. So erklärte etwa US-Vizepräsident JD Vance, der Iran habe zugestimmt, der internationalen Atomaufsichtsbehörde (IAEA) wieder Zugang zu ermöglichen. Der Iran dementierte und gab an, man habe überhaupt nicht über Atomfragen gesprochen.
Trotz allem hat das Ölangebot aus der Golfregion zuletzt wieder zugenommen. Produzenten wie Kuwait, Saudi-Arabien und die VAE haben alternative Wege gefunden, ihre Energielieferungen auf den Markt zu bringen. Auch der Iran exportierte in der vergangenen Woche mehr als 30 Mio. Barrel Rohöl (22.06.2026 Iran fährt Rohölexporte durch Straße von Hormus stark hoch).
„Die Zahl der Durchfahrten hat in den vergangenen Tagen offenbar deutlich zugenommen. Der Markt wertet dies als Indikator für Fortschritte sowohl bei den physischen Öllieferungen als auch auf diplomatischer Ebene“, kommentiert Neil Crosby, Forschungschef des Analysehauses Sparta Commodities. Solange sich die Lage nicht grundlegend ändere, dürfte die derzeitige Stimmung aus Risikoaversion und vorsichtigem Optimismus anhalten.
Ölmarktexpertin Rebecca Babin von CIBC Private Wealth mahnt jedoch zur Vorsicht. Zwar gebe es Fortschritte in den Verhandlungen, bis zu einer endgültigen Einigung sei der Weg jedoch noch weit. Der Markt könnte einen künftigen Angebotsüberschuss bereits vorwegnehmen – ähnlich wie zuvor ein Defizit eingepreist worden sei, bevor tatsächlich Fördermengen ausfielen. „Der Ölmarkt neigt dazu, über das Ziel hinauszuschießen“, so die Analystin.
Tatsächlich steht das vorläufige Abkommen, auf das sich die USA und Iran letzte Woche einigen konnten, weiterhin auf sehr wackligen Beinen. Der Iran hat mit der Blockade der Straße von Hormus bewiesen, dass er ein sehr wirksames Druckmittel in der Hand hat und nicht davor zurückschreckt, dieses auch einzusetzen. Gleichzeitig ist diplomatisches Verhandeln unter der Regierung Trump nicht gerade die Kernkompetenz, so dass die Gespräche tatsächlich jederzeit wieder abgebrochen werden könnten.
„An den Märkten überwiegt weiterhin eine erhebliche Skepsis, die auf dem tief verwurzelten Misstrauen zwischen Washington und Teheran basiert“, meint deshalb auch Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade. Eine Rückkehr zu den Ölpreisen vor Ausbruch des Konflikts dürfte daher eher schrittweise als unmittelbar erfolgen.
Die Fortschritte im Friedensprozess spiegeln sich inzwischen auch an den Terminmärkten wider. Die sogenannten Timespreads – die Preisunterschiede zwischen dem Frontmonatskontrakt und den Kontrakten, die weiter in der Zukunft liegen – haben sich weiter verringert, so dass die als bullish geltende Backwardation-Konstellation sich deutlich abgeschwächt hat. Der Markt signalisiert damit, dass die akute Unterversorgung in einigen Monaten kaum noch spürbar sein dürfte. Bei den Nahost-Rohölsorten Dubai und Murban ist die Marktstruktur bereits in ein Contango übergegangen, das als die „normale“ Konstellation gilt, die auf einen ausgeglichenen Markt hinweist.
Während die fundamentale Marktlage damit klar bearish bleibt, überwiegen kurz- und mittelfristig noch die Unsicherheiten darüber, wie stabil die Lage am Persischen Golf tatsächlich ist. Dennoch nehmen wir eine leicht bearishe Haltung ein, da die Sanktionsausnahmen für den Iran akut mehr Öl auf den Markt bringen dürften und somit preisdrückend wirken. Bei den Inlandspreisen ergeben sich damit heute spürbare Abschläge im Vergleich zu gestern Morgen…“
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team der König Mineralöle GmbH
23.06.2026 /07:35 Uhr (letzte Änderung)
Allgemeine Information:
„Kein Widerrufsrecht beim Kauf von Heizöl“
Beim Kauf von Heizöl besteht kein gesetzliches Widerrufsrecht. Da derartige Lieferungen von Schwankungen an Energie- bzw. Rohstoffmärkten abhängen ist § 312g Abs. 2 Nr. 8 BGB anzuwenden, wonach ein Widerrufsrecht für Verbraucher ausgeschlossen ist. Willenserklärungen, die auf den Abschluss eines Kaufvertrags solche Leistungen abzielen (z.B.: per Telefon oder Internet), sind somit nicht widerrufbar.“ Damit ist das gesetzliche Widerrufsrecht für Verbraucher bei Pellets sowie Heizöl ab sofort ausgeschlossen.
*Quelle: Futures-Services